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Modellbau
Planvorlage |
mini-sail
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Gemüseewer „F r i e d a”
Baubericht von Dieter Kutsche
F r i e d a / E l f r i e d e
ein Ewer von der Lühe, auch Obst oder Gemüseewer genannt.
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Vorwort
Die hölzernen Ewer unter Segeln waren die Packesel auf der Niederelbe. Bei diesen Schiffen gab es Bautraditionen, die ihre Vorgaben durch die Eigenarten der Werften, oder die der Fahrtgebiete erhielten. Die Baustile wurden von den Schiffbauern und den künftigen Eignern bestimmt.
Die Baumaße orientierten sich vornehmlich an den zu befahrenden Flüssen, Kanälen, Schleusen und Häfen.
Nach Einführung des Eisens in den Schiffbau wurden schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts eiserne Ewer gebaut, aber diese hatten noch einen hölzernen Boden. So wurde erst 1899 (nach J. Kaiser) der erste volleiserne Ewer bei Jacobs in Moorrege gebaut, der Werft auf der dann auch 1904 der Giek-Ewer Elfriede entstand. Er wird auch Lühe-Ewer genannt, weil der für den Obsttransport aus den Gebieten an der Lühe geplant war und somit eine Länge haben mußte, mit der auf dem Oberlauf des Flusses noch gewendet werden konnte zu dem Namen "Frieda" komme ich noch später zurück.
Die Elfriede hat eine Länge von 14,75m. Zwischen den Steven und eine Breite über alles von 4,75 m. Das Längen/Breiten-Verhältnis von 3,2 ist sehr niedrig, bei den meisten Ewern ist es um 4 oder sogar darüber. Außerdem ist die Elfriede sehr völlig gebaut. An der Küste würde man sagen, sie ist eine breite, dicke Flunder. Am 20. Januar 1904 unterschrieb der Schiffer C. Wilhelmi aus Bützfleth und der Schiffbauer J. Jacobs aus Moorrege eine Vereinbarung über den Bau eines eisernen Ewers, zu einen Preis von 5.100 Mark. Der sich aber um 100 Mark erhöhte durch den Einbau eines Schraubenstevens. Er war damit der kleinste volleiserne Ewer, den Jacobs je baute, wahrscheinlich der kleinste seines Typs überhaupt. In den Jahren von 1904 bis etwa 1980 hatte der sonst so schmucke Segler viele Eigner und Umbauten über sich ergehen lassen müssen, bis ihn das Altonaer Museum erwarb.
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Zum Bau der Frieda
Das Modell wurde wie üblich in Spantbauweise über Kopf auf einem Hellingbrett hergestellt. Die 12 Spanten wurden aus lO mm Sperrholz, Bug und Hecksteven aus lO mm Buche erstellt.
Nach dem die Spanten ausgerichtet und fixiert waren, begann das Beplanken, mit 3mm Eichenplanken.
In der Mitte des Rumpfes wurde eine Vertiefung von 35x27x2 cm ausgearbeitet, um darin später eine abnehmbare Bleiplatte (Ballast) aufnehmen zu können. Das Gewicht der gegossenen Bleiplatte, die mit drei
Madenschrauben im inneren des Rumpfes beim segeln gehalten wird, beträgt 10 kg.
Der fertig gebaute Rumpf wurde dann mit einer dünnen Glasgewebematte und Epoxydharz versiegelt. Auch der Innenraum wurde mit Epoxydharz Versiegelt. Danach bekam der Rumpf sein Stahlkleid, in Form von dünnen Alublechen. Die Nieten wurden mit einem Zahnrad, aus einem alten Wecker, das ein bißchen umgeändert wurde, durch gedrückt.
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Beplankung
Weiter bekam die Frieda noch einen Hilfsmotor, samt Fahrtenregler, da ja vom Original her ein Hilfsmotor vorgesehen war.Nach dem die Winden, Motor und sonstige Kleinteile, alle ihren Platz gefunden hatten, begann das Beplanken des Decks. Die einzelnen Planken sind aus 2 mm dicker Tanne. Die Kalfaterung besteht aus schwarzen Wollfäden, die in die Zwischenräume der einzelnen Planken gedrückt wurde. Nach dem die Fäden fixiert waren, bekam das ganze Deck einen mehrmaligen Anstrich mit verdünntem G4 auf.
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Kapitel: Blöcke
Einmal ist über deren verschiedene Herstellung schon so viel geschrieben worden, daß ich nur
kurz auf meine 30 Blöcke, für den Ewer eingehen möchte. Die Maße der Blöcke gehen von 6 mm bis 22
mm, ein- und zweischeibige. Davon 12 mit Außenbeschlag.
Zwischenzeitlich waren die Kleinteile, die den Ewer als Obst- und als Gemüseewer kenntlich machen sollten hergestellt. Das war vollbracht.
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Erprobung
Was jetzt kam war die Erprobung auf dem Wasser. Aus Mitgliederkreisen der Classic wurde ich im voraus schon auf das Fahrverhalten eines Plattbodenschiffes vorbereitet. Das sieht dann so aus: Will ich eine Wende einleiten, so muß ich das Ruder, daß auch dem Maßstab 1:12 entspricht, schon ein paar Minuten vorher legen ehe meine "Frieda" reagiert. Ansonsten ist der Ewer ein gutmütiger Segler, zu sehen auf dem Wasser bei Freundschaftstreffen der "Classic" und auf dem eigenen Vereinsgewässer.
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Dieter Kutsche