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son-11-08.htm; 05.2010
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Minisail neu erfunden...

Ein Beitrag von Egon Büscher

Die Zahl der Modellsegler und die ihrer Modelle haben in den letzten Jahren rasant zugenommen. Trotzdem sind die Segler innerhalb der Modellbauvereine immer noch eine, wenn auch starke Minderheit geblieben. Dies hat regelmäßig dazu geführt, daß bei Veranstaltungen die Segelmodelle lediglich als Lückenbüßer für die Zeiträume zwischen den Vorführungen der bei den Planungen bevorzugten Rennbote und Motorschiffe gedient haben. Trotz des überschwänglichen Lobes der optischen Wirkung einer Seglerflotte auf dem Gewässer haben sie sich so stets im Schatten der Motor- und Rennmodelle befunden. Die Mitglieder der MSF Saar haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Modellsegler durch die Gründung eines eigenen Vereins aus diesem Schattendasein herauszunehmen. Dem gleichen Ziel dienen die Veranstaltungen des Vereins auf dem Bostalsee. Sie sollen den Erbauern von Modellsegelbooten im Rahmen spezieller, lediglich auf den Modellsegelsport ausgerichteten Veranstaltungen eine Plattform zur Präsentation ihrer Modelle geben. Die bisher gezeigten Darbietungen sind auf ein ausgesprochen positives bis begeistertes Echo gestoßen. Daß diese Begeisterung keine Eintagsfliege gewesen ist, ist vor allem durch den Beitritt von Modellbauern auch aus anderen Vereinen, der zu einer Verdopplung der Mitgliederzahl des MSF geführt hat, dokumentiert worden. Der junge Verein hat die feste Absicht, den eingeschlagenen positiven Weg fortzusetzen.

Da der MSF Saar e.V. ein Mitgliedsverein im Deutschen Seglerverband ist, kann er auch selbstständig offizielle Modellsegelregatten durchführen. Hier sollte darauf hingewiesen werden, daß die Übertragung von Regatten des Segelsports auf den Modellsport auf fast unüberwindliche Hindernisse stößt, wenn man bei der Erstellung der Regeln für die Wettfahrten auf unbedingte Gerechtigkeit besteht. Die Bootspalette der Segler enthält eine Vielzahl von Booten, die auf Grund bestimmter Maße und anderer Merkmale wenigen großen Gruppen mit gerechten Wettkampfregeln zugeordnet werden können. In der Modellbauszene gehört eine Vielzahl von Modellen zu einer fast ebenso großen Vielzahl von Modelltypen, da man nur ganz vereinzelt einem bestimmten Modell mehrfach begegnet. Dies erschwert das Erstellen von Regattenregeln. Trotzdem soll im Rahmen der Freundschaftsregatta die zweite offizielle Modellsegelregatta mit geplanten zwei Läufen durchgeführt werden. Nach den am Ostermontag, bei der ersten Regatta gemachten Erfahrungen, werden die dort benutzten Regeln wieder angewandt. Danach sollen drei bis vier Klassen starten.

Die erste Klasse umfaßt Modelle mit einer Wasserlinienlänge bis 80 cm. Hier werden in den Dulcibella Booten wohl die einzigen Modelle antreten, die überhaupt sicher einer Bootsklasse zugeordnet werden können. Da die „Wasserlinienobergrenze“ das einzige Kriterium ist, können hier auch entsprechende Baukastenmodelle und Fastfertigmodelle starten, die von Fachleuten geplant, getestet und modifiziert worden sind, was die Chancen der nach Plan gebauten Modelle nicht gerade vergrößert.
In der zweiten Gruppe starten alle einmastigen Yachten über 80 cm Wasserlinienlänge. Hier werden sich die schnellsten und modernsten Einrumpfboote miteinander messen, wobei diese Gruppe mehrheitlich aus Baukastenmodellen und Fastfertigmodellen bestehen wird.
In der dritten Gruppe werden wohl die meisten Plan-Modelle eingeordnet. Sie bestehen aus Ein und Mehrmast historischen Seglern, wobei „historisch“ bedeutet, daß das Original vor mehr als 70 Jahren gebaut worden ist. Eine Klassifizierung nach Segelart findet hier nicht statt.

Sollten ausreichend, mindestens vier, Mehrrumpfboote gemeldet sein werden diese eine vierte Gruppe bilden. Regatten werden auch gesegelt, um einen Sieger zu bestimmen. Wer sich der Vielzahl der Modelltypen innerhalb einer Gruppe vorstellt, kann verstehen, daß es bei diesen Wettläufen nicht vollkommen gerecht zugehen kann. Deshalb muß das „Verlieren- können“ bei den Regatten der MSF Saar vor das „Gewinnen-wollen“ gestellt werden. Dies bedeutet, daß die an Kameradschaftlichkeit und Toleranz gestellten Anforderungen grenzwertig sind. Diejenigen, denen es gelingt, die Anforderungen zu erfüllen, können jedoch später stolz darauf sein, an einer modellsportlich wertvollen Veranstaltung teilgenommen zu haben. In diesem Sinne wünscht sich der Verein ein reges Publikumsinteresse, schönes Wetter und für alle Teilnehmer eine wertvolle Veranstaltung.


freundlichen Grüßen
Egon Büscher 1.
Vorsitzender der MSF Saar

egon.buescher@kabelmail.de

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