"Strandrettungsboot"
Der Einladung von Manfred Wiskow und Familie sind 24 Teilnehmer mit 35 Modellen gefolgt.
Die Teilnehmer kamen aus Dänemark, den Niederlanden und Deutschland.
Die Modellpalette reichte vom kleinen Boot des Ernest Henry Shackleton, mit dem er viele tausend
Meilen gesegelt ist, um Hilfe für seine Besatzung zu holen (Modell “James Caird” im
Maßstab 1:12 von Winfried Weiß), über eine Swan-Yacht (Modell im Maßstab 1:10 von Joachim
Tzyschakoff) bis hin zu “extremen” Plattbodenseglern (z. B. Boydak im Maßstab 1:15
von Dieter Kettelhut) und Rahseglern (Brigg von Heinz Eller), Fleute, “Zeven
Provincien” und “Pamir” von Andreas Gondesen.
Beeindruckend waren die Segeleigenschaften der Modelle der beiden dänischen Gäste (Zollkutter
“Krydsjagt XXVII” im Maßstab 1:12 und “Bluenose II”).
Die meisten Teilnehmer gehören zu den Stammgästen und wer neu hinzukommt, wird meistens
ebenfalls zum Stammgast, denn die Verhältnisse am Einfelder See sind wie für die Mini-Sail
erfunden. Der gastgebende Ruderverein hat Platz zum Unterstellen der Modelle und ein sehr
gemütliches Clubhaus.
Die Aufnahme in dem Verein und die Bewirtung durch die Wiskows sind vorbildlich. Ingo, ein
Vorstandsmitglied des Rudervereins, der wegen seiner Größe wahrscheinlich auch Störtebeker oder
Rübezahl das Fürchten gelehrt hätte, ist allgegenwärtig, wenn es darum geht, Modelle zu tragen
oder zu retten.
Der Club liegt landschaftlich sehr schön am Einfelder See, der wegen seiner Größe (ca 4 x 1,5 km)
für uns Mini-Sailors schon ein Meer darstellt. Die Modelle können bequem entweder über die
Steganlagen oder das flache Ufer zu Wasser gelassen werden.
|
Bei auflandigem Wind stellt das Segeln hohe Anforderungen an Modelle und Steuerleute, denn
außer mit dem Wind hat man auch mit relativ hohen Wellen zu kämpfen.
Es ist wohltuend zu sehen, daß nicht nur Plattbodenschiffe, Rahsegler und sonstige “ziellos
umhertreibende Hindernisse” die Wenden nicht mehr hinbekamen, sondern auch Yachten.
Im Zweifel muß halt gehalst werden. Dieses Manöver können die Plattbodensegler und Rahsegler im
Regelfall besser als die Yachten, denn eine Yacht ist, wenn sie vom Wind platt aufs Ohr gedrückt
wird, meistens nicht mehr in der Lage abzufallen.
In diesen Fällen hilft der “große” Ingo aus dem Ruderverein mit seinem schnellen
Kajak.
Der “kleine” Ingo (Obstfelder) ist mit
seiner digitalen Kamera immer dabei, so daß jede Panne dokumentiert wird. Auch dann wenn wie hier
nur ein Foto vom Chef selbst geschossen wird. Mit dieser Methode werden doch sehr realistische
Aufnahmen gewonnen.
Meiner Ansicht nach segelte das kleine Yacht-Modell von Henk Buitenhuis am besten.
Unbeeindruckt vom starken Wind und den hohen Wellen und ohne den störenden Einfluß des
Steuermannes (der vergessen hatte, den Empfänger einzuschalten) segelte das Modell auf die hohe
See hinaus zu neuen Taten.
Zwei Mini-Sailors, deren Namen ich hier lieber verschweige, meinten das Modell mit dem Ruderboot
zurückholen zu müssen. Sie hatten jedoch nicht bedacht, daß zwar die Yacht kreuzen kann, das
Ruderboot jedoch die Tendenz hat, vor dem Wind zu treiben. Kurzum, die beiden
“Retter” haben es nicht geschafft, gegen den Wind zu rudern, was dazu führte, daß ein
Modell und ein Ruderboot zu retten waren.
Der “große” Ingo hat sodann mit seinem Kajak zuerst das Modell und dann die
“Retter” zurückgeholt, deren beeindruckende Tat noch lange in Erinnerung bleiben
wird.
|