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Spieren an denen das Kopfliek...
1763/1764/1765 -
Abgeschickt von [Michael Blessing] am 10 April, 2009 um 17:05:58
Hallo Minisailors.
Bei dem Modell,das ich gerade baue(Chapmanschoner 1768 M 1:15) sind die Spieren,die das Kopfliek des Segels halten,auf einem Planbogen mit einer Öse am Ende der Spiere gezeichnet. Auf einem anderen Planbogen sind sie mit einer sechseckigen Verjüngung abgebildet. Die unteren Spieren sind auch mit Sechseckv. Jetzt die Frage:
was ist besser ?
was entspricht am ehesten 1768?

1763/1764/1765 - Spieren an denen das Kopfliek...
Abgeschickt von [Willi Pülmanns] am 10 April, 2009 um 23:09:18
Antwort auf: Spieren an denen das Kopfliek... von Michael Blessing am 10 April, 2009 um 17:05:58:
Hallo Michael
Na, jetzt werde ich aber neugierig. Kann es sein, daß Du den von mir gezeichneten Plan vorliegen hast? Ich würde mich freuen, da mehr von Dir zu hören.
Aber zu Deiner Frage: Es gibt an dem Schoner nach Chapman, zumindest nach der Takelungsskizze No 6, Pl. LXII aus der Architectura Navalis nur drei Segel, die ein Kopfliek tragen. Das Rahsegel meinst Du wohl eher nicht.
Beim Schonersegel und beim Großsegel wird das Kopf- oder Oberliek von der Gaffel gehalten. An deren Ende (Nocken) sind auf der eben genannten Skizze keine Ösen oder Augbolzen erkennbar. Das will aber noch nicht allzuviel bedeuten. Marquardt gibt in "Bemastung und Takelung von Schiffen des 18. Jahrhunderts" an, daß an den Nocken der Gaffeln Ringe oder Ösen gefahren wurden.
Ich würde sagen, daß beides möglich und gebräuchlich war. In meinem Plan habe ich die Großsegelgaffel mit, die Schonersegelgaffel ohne Öse gezeichnet und zwar weil ich für die Großgaffelnock einen Block vorgesehen habe, über den die Flaggenleine (in meinem Plan Tau Nr. 39) läuft, der mit einem Haken in die Öse eingehängt wird. Natürlich kann dieser Block auch durch einen Stropp an der Verjüngung der Gaffel angesetzt werden.
Ein Besser oder Schlechter gibt es hier im Original nicht. Am Modell halte ich den Ring für besser, da mein Modell für den Transport abgetakelt werden muß. Damit die Flagge an der Großgaffel nicht zerknittert, habe ich mit der Öse dafür gesorgt, daß man sie leicht entfernen und knitterfrei transportieren kann (z.B. zwischen Buchseiten). Wenn also die Authenzität einem so wie hier die Wahl zwischen zwei Versionen läßt, dann sollte man die für sein Modell praktischere oder wenn Praktikabilität nicht so wichtig ist, die schönere Lösung wählen. Da dies sehr von der eigenen Sicht der Dinge abhängt, will ich Dir da nicht reinreden.
bis denne
Willi

1763/1764/1765 - Spieren an denen das Kopfliek...
Abgeschickt von [Michael Blessing] am 11 April, 2009 um 02:33:34
Hallo,Willi.
In der Tat steht auf dem Plan,den ich 2004 beim einem Verlag bestellt habe,ganz deutlich dein Name. Insofern bin ich hocherfreut, daß auf meine Frage gleich der"Richtige"geantwortet hat. Und auch noch so prompt!.ich werde nun die Lösung mit den Ringen wählen. An dem Schiffchen vergnüge ich mich bereits seit 2004.Es dauert so lange,weil ich nebenher auch noch solche Segelschiffe baue, die beides in der Luft haben,den Kiel und die Masten. Der Rumpf ist bereits beplankt,während ich das Deck vorläufig noch weglasse, um erstmal herauszufinden wie und wo ich die Technik einbaue. Hierbei,wie auch bei allem anderen was das Schiff betrifft werden mir die hervorragenden Minisailseiten eine große Hilfe sein. Nachdem ich kürzlich bei einem Besuch in Hamburg,in dem tollen Maritimen Museum meine große Begeisterung für das ganze Nautica-Zeugs entdeckt habe werde ich nun verstärkt am Ball bleiben,betreffs Masten/Spieren/Segel. Ich hoffe sogar noch dieses Jahr,zu ersten Fahrexperimenten, in See stechen zu können. (Möchte noch sagen: Deine Antwort hört sich erfrischend un-doktrinär an).
MFGMB
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