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Mission impossible
973/983/987 - Mission impossible
Abgeschickt von [Thomas Schmid] am 12 Juli, 2004 um 20:38:20
Hallo,
ich bin gerade auf ein aktuelles Projekt im Yachtbau gestoßen. Der erste Gedanke war, was für ein Schiff, das wär ein Modell. Sie steht gerade in Amsterdam und soll gegen Ende des Sommers nach den Tests ausgeliefert werden: Die Athena, größte private Segelyacht der Welt, ein Dreimastschoner etwas länger als die Gorch Fock und erheblich schneller (18 Knoten).
Der zweite Griff ging zum Taschenrechner, Maßstab 1:50 ist direkt klar, aber wie zum Teufel baut man ein Modell mit 1,8 Metern Länge mit alleine 1,2 Metern Masthöhen bei nur 11cm Tiefgang und sagenhaften 7,86 kg Verdrängung? Das Original ist ja schon mit Kohlefaser und Luxusinterieur auf Wabenkonstruktionen aufgebaut.
Hier mal 2 nette URLs zum dem schicken Traum:
http://www.royalhuisman.com/p_uc_athena.htm
http://www.yachtforums.com/showthread.php?t=1002
Zumindest als Scalemodell ohne Zusatzkiel wird es wohl auch als Modell nur ein Traum bleiben.
Grüße und viel Spaß beim lesen
Thomas

973/983/987 - Mission impossible
Abgeschickt von [Borek Dvořák] am 23 Juli, 2004 um 07:00:57
Hallo Thomas,
sollte mein nächstes Projekt umgesetzt werden, werde ich mit ähnlicher Problematik konfrontiert (fast identische Rumpflänge und Verdrängung, Tiefgang allerdings ein wenig größer). Ich denke über folgende Leichtbauweise nach:
- Rumpf in Holzbauweise über Kopf bauen, Grundbeplankung aus 2 mm Balsa
- Zwei Lagen dünnes Glasgewebe (max. 60 g/m2) von außen darüber, diagonal zur Schiffsachse orientiert, über Kreuz gelegt
- Anschleifen und mit 0,6 mm Furnier die Oberbeplankung ausführen
- mit G4/G8 tränken (Naß-in-Naß-Verfahren)
- Von der Helling abnehmen und von den ca. 20 Spanten die meisten ausbrechen
- Wiegen. Falls das Gewicht die von mir erwarteten ca. 1000 bis 1200 g nicht wesentlich übersteigt, werde ich von innen noch eine Lage Glas querschiffs orientiert einlaminieren.
Das Gewicht der fertigen Sandwich-Rumpfschale darf bei mir maximal 1400 g betragen, ca. 1 kg rechne ich für die Windentechnik und die Akkus, ca. 300 g für das Rigg und ca. 300 g für das Deck, die Aufbauten und den restlichen Scale-Kram. Das würde bedeuten, daß für den Ballast ca. 5 kg übrig bleiben würden - ziemlich genau 60% der Verdrängung (das ist die Faustregel). Um den Ballastschwerpunkt tiefer zu bekommen, plane ich kein Bleiballast, sondern im Blei eingegossenen Hartmetallschrott. Das spezifische Gewicht von diesem Gemisch schätze ich auf ca. 14 kg/dm3 (Blei hat 11,34 kg und HM je nach Sorte 16 bis 17 kg). Nach meinen Berechnungen müßte es so wie beschrieben in meinem Fall funktionieren, der Aufwand ist allerdings etwas größer als bei einer "normalen" Bauweise.
In Deinem Fall könnte man noch überlegen, ob man den Riß des Schiffes nicht querschiffs strecken sollte. Eine Streckung bis zu ca. 15% merken nicht einmal Experten, sie bringt allerdings ein deutliches Mehr an Formstabilität und erhöht die Verdrängung. Am besten macht man so etwas mit einem Blidbearbeitungsprogramm im PC (Plan einscannen und eine Bildvergrößerung in der gewünschten Achse durchführen, Verzerrung zulassen).
Vielleicht wäre auf diese Art und Weise Deine "mission" doch noch "possible"?
Gruß
Borek

973/983/987 - Mission impossible
Abgeschickt von [Thomas Schmid] am 24 Juli, 2004 um 11:12:53
Antwort auf: Re: Mission impossible von Borek Dvořák am 23 Juli, 2004 um 07:00:57:
Hallo Borek,
da sieht man bei dir den Profi.
An eine solche Aktion gehe ich vorerst nicht ran, bis dahin werde ich wohl noch einiges Lehrgeld bezahlen.
Zwar habe ich früher aus Furnieren meine Miniboote gebaut, aber bei meinen ersten Arbeiten (Modifikationen) an der Dulcibella mußte ich feststellen, daß meine Handwerkskünste ziemlich grobmotorisch geworden sind.
Übung macht eben den Meister.
Das Strecken, müßte man bei der Athena mal ansehen, aber die hohen Aufbauten und der sehr schlanke Rumpf haben schon ihre Tücken denke ich.
Deine Sandwichbauweise hört sich echt gut an, es wäre interessant zu sehen, welche Spanten du drin läßt und wie am Ende die Verwindungssteifigkeit und Formstabilität ist. Nach deiner Beschreibung scheint dein Projekt ja nun auch eine imposante Länge zu haben.
Wie wäre es mit einem Baubericht zu der Technik?
Für meinen Teil mache ich meine Dulci mal fertig und dann schaun wir mal.
Da mir das Bauen viel Spaß macht, werde ich mich danach vielleicht mal an eine J-Class machen, bei meiner wenigen Zeit also ein mehrjähriges Projekt.
Hat vielleicht jemand hier im Forum J-Class-Pläne digital vorliegen?
Grüße
Thomas
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